Dienstag, den 11. November 2008 um 06:14 Uhr
Tirumala, der bedeutenste Pilgerort der Inder. Mehr als 5000 Inder besuchen taeglich den Tempel, der auf einem Berg steht. Es gibt zwei Varianten zu diesem Tempel zu gelangen. Entweder man quetscht sich in einen der Busse und karrt die ca 20km den Weg hinauf, oder man nimmt den 13km langen Fussweg. Wir und etwa 5Prozent nahmen die 2. Variante. Bruder Claudio jagte mich um 4h aus dem Bett, wir radelten zum Ausgangspunkt, Schuhe aus und los gings. Der Weg zum Tempel war echt schoen. Der Pilgerort auf dem Berg glich dann eher Disnay World. In der Mitte ein Tempel, indem die Inder ihre Haare los werden und sich dafuer von Shiva etwas wuenschen duerfen und rundherum Krumschschkramsch Bazare, eine riesen Essenshalle in der es alles kostenlos gibt, Schlaflager und ein grosser Waschteich! (Ich beherrschte mich und zog hier ausnahmsweise mal nicht meine Bahnen, ausserdem darf ich echt aufhoeren in jedem Waschteich und heiligen Fluss 1 Std. zu schwimmen, sunst wachst ma no direkt a heiligen Schein, i wead mindestens 2000 Jahre alt und i kon mi zu die Yogis im Himalaya dazusitzen) Im Tempel waren wir nicht, die Warteschlange war etwa 1km lang dafuer sassen wir einfach nur draussen, hoerten im Hintergrund Mantrengesaenge und staunten. Gestern Abend waren wir ziemlich k.o.! 8 Stunden Barfuss gehen ist hald doch was anderes als radln. Heute gehts noch weiter Richtung Pondicherry, einem franzoesich angehauchtem Ort wieder mal am Meer. Von hier aus sind es etwa noch 400km. Wir werden dort irgendeinen Kurs machen. Yoga, Ayuveda...schaumamal!!!
PS: Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, wie ich mit der Armut umgehe...
Klar gibt es hier bettelnde Kinder, und Menschen die wirklich koerperlich fuer wenig Geld hart arbeiten muessen. Sie leben in Zelten neben der Strasse oder in den kleinen Doerfern auf dem Land...! Fuer mich stellt sich allerdings die Frage, wer aermer ist. Ein reicher Inder der materiell gesehen alles hat, aber vielleicht 16Stunden im Buero sitzt und Abends eine Flasche Whiskey braucht, oder ein Farmer in seinem Dorf, der jeden Tag seiner harten Arbeit nachgeht aber eine ziemliche Zufriedenheit Ausstrahlt. Wir haben in den letzten 2,5Monaten mit Sicherheit noch nicht alles gesehen und vielleicht aendert sich meine Meinung noch, aber hungernde Menschen sind mir einfach noch nicht untergekommen.
Kinder: Kinder muessen nicht betteln. In jedem Dorf gibts eine Schule in der Kinder etwas lernn koennen und Mittags kostenlose Mahlzeiten bekommen.