Kolumnas Irrweg

Irrweg

 

Kennen Sie das? Mann sitzt am Steuer, Frau daneben, auf dem langen, öden Weg nach Irgendwo. Das Navi – also die einzige Frau, die Ihrem Mann eine Anweisung erteilen darf, ohne entweder ignoriert oder angepflaumt zu werden – ist ausgerechnet heute nicht funktionstüchtig. Letzteres ist selbstverständlich Ihre Schuld, liebe Leserinnen, Lebensabschnittsgefährtinnen oder - der Härtefall der versuchten Unterdrückung – liebe Ehefrauen!, weil Sie ja schließlich mit dem Auto das letzte Mal gefahren sind und die Technik durch Ihre permanente Unaufmerksamkeit, wenn man Ihnen etwas so lebenswichtiges, so etwas unverzichtbares, ja anbetungswürdiges wie ein Navi erklärt, restlos lahmgelegt haben. Rein für die Stimmung im Auto wäre es jetzt empfehlenswert, die nächsten 50 km NICHT aufs Klo zu müssen!

Aber auch ohne Harndrang spitzt sich die Lage ernsthaft zu, denn: das Navi defekt - kaum größer könnte eine Katastrophe ausfallen!! Läßt dieser Umstand doch nur noch zwei Möglichkeiten offen, ans Ziel zu gelangen. Möglichkeit eins: nach dem Weg fragen.  ...... (...J HA! Meine Damen, eine Frage: was glauben Sie, warum 4 Millionen männlicher Spermien nötig sind, um ein Ei zu finden? Richtig: Weil KEIN EINZIGES nach dem Weg fragen will...!!) Bleibt also noch  Möglichkeit zwei: Frau (die Lebendige, nicht die vom Navi!!) navigiert den Fahrer gemäß Straßenkarte, wie er zu fahren hat. Die nette Dame vom Navi würde jetzt sagen: „Sie haben Ihr Ziel NICHT erreicht.“ Er mokiert sich über die Art, wie sie die Karte liest, was sie liest, und außerdem fehlt ihr jeglicher Orientierungssinn, um überhaupt eine Karte lesen zu können, denn ER hätte sonst jetzt niemals die falsche Ausfahrt genommen, wenn SIE die Karte richtig in der Hand gehalten hätte! (Seine beliebteste Frage an dieser Stelle: „wo ist bei Dir Süden?!“) Er steuert also den nächsten Rastplatz an, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie flüchtet augenblicklich aufs Klo, während er – heimlich!- in die Raststätte huscht, um blitzschnell nach dem Weg zu fragen und - ein Alibi-Wasser kauft. Mit selbstsicherem Lächeln sitzt er dann im Auto, erklärt seiner erleichterten Beifahrerin in freundlichstem Ton, er hätte für sie ein Wasser besorgt (die kluge Frau hat die Lage sofort erfasst und verkneift sich die Frage,  warum er Wasser kauft, wenn doch 3 Flaschen für die Fahrt im Auto liegen!), und sie könne sich nun entspannt zurücklehnen, da er sich die Karte nun ganz genau eingeprägt habe und den Weg im Schlaf findet! Sie sieht ihn voll Bewunderung mit großen Augen an, ihm schwillt die Brust, vollkommen von sich eingenommen, er lächelt glücklich und denkt: “Mein Gott, ich bin ein Held!! Wieder ein Grund, warum sie mich liebt.“ Sie legt sich entspannt zurück, lächelt  glücklich und denkt: „Mein Gott, was für ein Trottel! Aber ich liebe ihn trotzdem!“

Was für ein armer Mensch, der wirklich Gedanken lesen kann!!

Aber daß insbesondere Männer in so manchen Bereichen eine eigene Denkweise entwickelt haben, ist hinreichend bekannt. Nur um diesen Punkt kurz anzuschneiden: nehmen wir doch einfach mal den Humor. Hier scheiden sich die Geister! Männer halten es gerade in jüngeren Jahren für schrecklich komisch, einer Gruppe älterer Damen (vorzugsweise Nonnen) aus dem vorbeifahrenden Auto ihre nackigen Po´s entgegenzurecken, Sekundenkleber auf Klobrillen anzubringen oder einen angehenden Bräutigam betrunken und unbekleidet an einen Laternenpfahl im Stadtzentrum zu fesseln. Sehr unterhaltsam, liebe Herren der Schöpfung, aber nicht alle Frauen amüsieren sich über solch lustiges Treiben! Doch lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!! Lachen – so sagt man – stärkt das Immunsystem und schützt vor Krankheit und Leiden!! Lachen Sie also ruhig weiter!!... Die eigenen Witzerl sind halt doch immer die besten, gell...(und haben den Vorteil, daß man(n) sie auch wirklich verstanden hat!!)..... Aber besser ein lachender Mann als ein kranker Mann! Der Mann, das starke Geschlecht!! Witzig. Solang wir, das eigentliche starke Geschlecht, noch aus eigener Kraft ein Augenlid heben können, gelten wir als gesund und somit voll einsatzfähig. Nicht so der Mann. Ein leidender oder gar tatsächlich kranker Mann ist ein einziger Alptraum!! Der kleinste Hauch von eventuellem Kopfweh mit einer laufenden Nase führt zum totalen Zusammenbruch. Mit dem ersten kläglichen, leidgetränkten Ruf nach einer Schmerztablette  (in diesem Stadium des Unwohlseins steht der Mann kurz davor, eine private Krankenschwester zu engagieren!) ist die Forderung nach absoluter Ruhe im Haus verbunden! Legt er sich dann, gequält und halbtot vor lauter „krank“, auch noch nieder, ist es soweit: er benötigt quasi einen Stab diverser Spezialisten, die um sein Leben kämpfen. Fünf endlose Minuten später – bedingt durch eine kaum auszuhaltende Halsweh-Attacke – bleibt nur noch, umgehend den Notar zur Testamentsaufzeichnung zu rufen, und eventuell auftretende Temperatur von 37,9 °C gibt Anlaß, die Beerdigungszeremonie SOFORT zu besprechen... (wenn er nicht schon zu schwach ist!).

 

Wenn eine Frau heute eine Kieferoperation durchlebt, morgen ein Kind kriegt und übermorgen 20 Gästen ein 5-Gänge-Menü vorsetzt, könnte es durchaus passieren, daß der ein oder andere anwesende Herr beiläufig die Augenbraue hebt, ihr mehr oder weniger anerkennend auf die Schulter klopft und ihr gönnerhaft zulächelt mit den Worten: „Respekt! Du stehst Deinen Mann!!“

Wahrscheinlich hat diese Redewendung ihren Ursprung gaaaaaaaaaanz weit in der Vergangenheit...... Mein Gott, was müssen das für Kerle gewesen sein.... damals......in der Steinzeit.....!

 

 

Mit einem  Grinsen, J                         Ihre Annabella Kolumna

 

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