Echt irre!

ECHT IRRE

 

Hören Sie morgens auch Bayern 3? Dann sind Sie ja bereits im Bilde. Wenn nicht: „30 % der Deutschen haben inzwischen einen Psychiater“. Meldung vom vergangenen Mittwoch. Damit sind die Deutschen also ganz offiziell irre!!

Ich bin schockiert....!! Also zumindest entsetzt...! Naja... ein wenig erstaunt...

Erstaunt darüber, daß es nur 30 % sind.

 

Schauen wir uns doch ein wenig in unserem – wie wir jetzt wissen  -irren Umfeld um.

Da hätten wir zum Beispiel das letzte Starkbierfest beim Schex in Wolfgang.

Begonnen hat die Veranstaltung mit einer Rede vom Gastgeberwirt Schexn-Toni  (Anton Silbernagel vom Gasthaus Schex, darum Schexn-Toni – Erläuterung für Auswärtige), die durchaus nicht schlecht gewesen wäre. Wären da nicht all die Leute NICHT gewesen, die im ersten Drittel seiner Rede begrüßt wurden. Irgendwie irre, wie er unbeirrt 20 Minuten lang leere Stühle begrüßte. Irre schade, denn inhaltlich war seine Rede eindeutig zweideutig... Aber die, die sie verstanden hätten, waren nicht anwesend, und die Anwesenden waren entweder sehr, sehr müde oder hatten die Weisheit schlicht nicht mit Löffeln gefressen. Oder beides. Toni würde sagen, es waren wohl viele Dorfner da – weil´s bei den Pointen (das sind die eigentlich lustigen Stellen einer Rede!) – bis auf ein paar helle Köpfchen hie und da - verdächtig still gewesen ist. Zumindest Anfangs.

Als das geistige Niveau sank, stieg die Stimmung.

Im Nachhinein danke ich der Musik-Kapelle. Hätten die nicht immer wieder zum Saufkalauer  „ein Prooosit, ein Proooosit der Gemüüüütliiiichkeeeeeit“ angestimmt, hätte man geglaubt, auf einer ländlichen Hochzeit (tiefstes bayerisches Hinterland!!)  vor 10 Jahren zu sein. Oder im falschen Film. Bleibt sich gleich... Die Unterhalterin des Abends – eine irre komische Hochzeitsladerin mit – wie erwähnt - längst vergangener Blütehochzeit (Aussprache bitte mit langem „oooooo“) – hat den Abend der schlafenden Weisen hauptsächlich mit hochzeitsfeierlichen asbach-uralten Witzen untermalt, die großteils den selbigen nicht wert waren... Aber wirklich irre dabei: ihr Lächeln ist geschlagene zwei Stunden nicht verrutscht! (Wir fragen uns: guter Gesichts-Chirurg oder hohe Gage? Wer hier auf die hohe Gage tippt, ist verrückt!) Noch viel irrer: je schlechter die Witze, desto lauter das Gelächter. Naja, irgendwoher müssen die eingangs erwähnten 30 % ja kommen. Um aber auch mal was irre Nettes zu sagen: die Einlage der Theatergruppe Sankt Wolfgang, die Erschaffung eines neuen Bürgermeisters á la Frankenstein - war der erklärte Brüller des Abends. Klar – da wir das Stück bereits beim „Bunten Abend“ kennengelernt haben, wurde es jetzt – beim zweiten Durchgang – von den meisten Anwesenden doch noch verstanden und mit irre viel (berechtigtem) Gelächter honoriert!!

Irgendwie war es nicht verwunderlich, daß so einige der ortsansässigen Prominenzen reichlich tief in diverse Gläser geschaut haben... Ok, wenn man bedenkt, dass der  Hang zum Alkohol ein möglicher Ausdruck im Umgang mit der (eigenen) geistigen Verwirrtheit ist.... Ja...  ist doch prima – immerhin dürfen sich jetzt mindestens 30% unserer Bevölkerung unzensiert dem Suff hingeben... (Dunkelziffern sind hier nicht berücksichtigt!!) Na denn Prost!!

 

Aber sind wir doch mal ehrlich: im Endeffekt sind es doch die Kleinigkeiten, die Alltäglichkeiten, die uns nach und nach den Verstand rauben. Es ist schon irgendwie nachvollziehbar, wenn ein Nachbar mit rot glühenden Augen Sonntag morgens auf der Straße steht und symbolisch die Axt schwingt, weil von einem anderen Nachbarn irgend so ein depperter Gockel samt seinen beiden Mitstreitern ab halb vier Uhr morgens einfach nicht den Schnabel halten kann!! Keine Nacht mit Schlaf verbracht.... (und ich glaube nicht, daß die Gründe hier im zwischenmenschlichen Bereich zu suchen sind!!). Dass das irre Schäden hinterlassen kann, liegt nahe!

Ebenfalls schlafraubend und damit  zur geistigen Irritation führend sind die Glocken unserer schönen Kirche vor Ort. Im gesamten Landkreis läuten sie um 6 Uhr morgens. Nicht so bei uns. Da läuten sie um halb sechs. Vielleicht findet unser Glöckner dank der Gockel auch keinen Schlaf und nutzt die Zeit – wie er meint -sinnvoll... !?

Was ebenfalls wirklich richtig verrückt ist, ist ein derzeit kurz vor der Vollendung stehendes Projekt in Sankt Wolfgang. Sozusagen der Anführer der oben genannten 30%,  hatte die echte Schnapsidee (im wahrsten Sinne!!), einen riesigen Fitness-Parcour zu erschaffen. Was zunächst echt durchgeknallt klingt und ernsthafte Zweifel am Genie desselbigen aufkommen lässt (Anm. d. R.: Genie und Wahnsinn sind eng verwandt!!), hat tatsächlich in Rekordzeit bahnbrechende Erfolge erzielt.

Wer so unvorsichtig war, in seine Nähe zu kommen, wurde in den vergangenen Wochen sofort in Beschlag genommen und so lang malträtiert, bis er (zu jeder Spende bereit, Hauptsache weiterleben!!) mindestens ein Fitnessgerät (mit)finanziert. Keine Sekunde verging, in der nicht das Thema Thema gewesen wäre – und noch ist! Dass die arme hübsche Frau dieses exaltierten Besessenen noch keine enge weiße Wickel-Jacke trägt, ist bewundernswert...  

Aber das absolut wahnwitzigste, irrsinnigste, absurdeste an dieser Geschichte:

Er hat es geschafft!! Der, dessen Name nicht genannt werden soll, hat es tatsächlich geschafft: Sankt Wolfgang beherbergt nicht nur ein paar schwachsinnige Gockel, sondern hat in Kürze den wie es scheint GRÖSSTEN FITNESS-PARCOUR von ganz DEUTSCHLAND !!!!

Sie glauben das nicht? Kein Wunder.... ist ja auch crazy... aber wahr!! Und wenn Sie die Vollendung dieses absoluten Wahnsinnsvorhabens miterleben wollen: kommen Sie doch einfach zum Dorffest Sankt Wolfgang im Juni.

Ist Wahnsinn ansteckend? Anzunehmen, denn ein paar von denen, die zu oft mit dem o.g. namenlosen Genie in Verbindung standen, sind zweifellos infiziert und helfen nun alle zusammen, Ihnen ein paar schöne Tage auf diesem Fest zu ermöglichen.

Stichwort: Ex-Weinzelt, jetzt Förderverein Grundschule Sankt Wolfgang (zur vorgerückten Stunde mit absolut köstlichen frisch gemixten Cocktails von einem genialen Barmixer-) Zelt – kurz: FVGSSWCocktailZ. Hier wird der Parcour offiziell eröffnet – und wenn wir es mal auf den Punkt bringen wollen:

wir dürfen irre stolz sein auf dieses wunderliche halbitalienische Superhirn, auf sein Projekt, auf diesen Ort mit all seinen Verrückten, auf den irren Zusammenhalt und das, was dieser Haufen verschrobener Spinner gemeinsam auf die Beine stellt!!! (Erinnert Sie das nicht auch  irgendwie an Asterix ´s Heimatdorf....??)

Wie auch immer.... pfeifen wir doch auf die 30%!! Erhöhen wir diesen Schnitt ein wenig (0,01% gehen an die depperten Gockel samt Glocken!) – und berufen uns auf Friedrich Nietzsche:

„Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas seltenes – aber bei Gruppen oder Völkern die Regel“ .

 

Einer noch zum Schluß:

 

Drei Programmierer sollen vor der Entlassung aus der Nervenklinik noch einem kleinen Test durch den Chefarzt unterzogen werden.

Er fragt den ersten; "Sagen Sie, wieviel ist fünf mal fünf?" – „ Einhundertzehn!“

Der Arzt verschiebt die Entlassung, ruft nun den zweiten Mann herein und stellt ihm die selbe Frage. Blitzschnelle Antwort : "Donnerstag!" Wieder vertröstet der Arzt auf spätere Entlassung.  Der dritte Patient platzt sofort heraus: "Fünfundzwanzig!"

Der Chefarzt ist hocherfreut, aber dann stutzt er und fragt : "Wie sind Sie denn auf dieses Ergebnis gekommen?" Antwortet der Programmierer lächelnd: "Ganz einfach: Hundertzehn geteilt durch Donnerstag!"

 

 

 

Ja, also das Dorffest beginnt auch am Donnerstag. Lassen Sie mich mal nachrechnen.....

 

Donnerstag geteilt durch viele Leute = eine irre Fetzengaudi!!

 

... oder so... J Ihre Annabella Kolumna

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